Historie-Arbeitskreis-Glashütten Taunus
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Katholische Kirche St. Philippus und Jakobus zu Schloßborn

Die Schloßborner Kirche weist eine vielfältige Geschichte auf. Der Besucher betritt sie durch einen „Nebeneingang“, einen Anbau an der nördlichen Außenwand. Der Blick fällt dann nach rechts in das große, hallenähnliche Kirchenschiff. Dieses wird durch zwei Fensterbänder im obere Drittel der Seitenwände erhellt sowie zur Linken im Bereich des Chores in voller Wandhöhe. Der Altarraum wird von einem Bild gleichsam überragt, das in der Form eines Kreuzes die nach außen geschwungene Chorwand beherrscht.
„Sendung“ nannte der Künstler Jupp (Josef) Jost aus Hattersheim sein Wandbild. Es zeigt, von oben nach unten durchgehend, die Dreifaltigkeit: Gott Vater, Gott Heiliger Geist und Gott Sohn, der als Gottmensch selbst bei den Menschen steht, bei seiner Taufe im Wasser des Jordans. Das Querholz bilden die zwölf Apostel mit Maria, der Mutter Jesu; Philippus und Jakobus, die beiden Patrone der Kirche, sind links an dritter und vierter Stelle farblich besonders hervorgehoben. Den breiten Fuß des Kreuzes bilden jeweils von außen nach innen links die Darstellungen Mönch, Nonne, Priester und ein Bischof, zur Rechten die Familie (Vater mit Handwerksgerät Schaufel, Mutter mit Kind), der Gelehrte (barfuß) und der Jurist mit Gesetzesrolle und Stab. Die zeltförmige Decke wird an den Seiten durch je fünf sich nach unten verjüngende
viereckige schlanke Pfeiler gestützt. So weiten sie perspektivisch die Höhe des Raumes. 14 Kreuzweg-Stationen aus Terrakotta-Platten säumen die Seitenwände; sie wurden in den Jahren 1924/25 im Benediktinerkloster Maria Laach angefertigt.
Der Altarraum erhielt 1980 seine heutige Gestalt: Entsprechend den Vorgaben der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde die Altarebene um zwei Stufen abgesenkt und der (verkleinerte) Altar zum Kirchenschiff hin versetzt; mit dem neuen Priesterstuhl und den sich seitlich anschließenden Meßdienerbänken an der Chorwand ist er Mittelpunkt eines eigenen liturgischen Raumes. Durch den Abbau der Kommunionbank bildet er dennoch, von den überleitenden Stufen abgesehen, mit dem übrigen Kirchenschiff eine harmonische Einheit.
Dieses Kirchenschiff ist die 4. Kirche. Der Blick nach hinten zeigt nur eine halbe Orgelempore.
Es ist die um 90° gedrehte der alten, der 3. Kirche. Schon beim Betreten der Kirche fällt zur linken ein Chor mit Hochaltar ins Auge: Der Altar der 3. Kirche, die 1713/14 anstelle der romanischen Vorgängerin erbaut worden war. Da diese für die stark gewachsene Gemeinde zu klein war, wurde 1955-1957 eine neue Kirche rechtwinklig an die alte angebaut. Sie wurde am 11. Mai 1958 durch den Bischof von Limburg Dr. Wilhelm Kempf geweiht.
Der barocke Altar, 1965 restauriert, dient heute als Sakramentsaltar. Er zeigt ein Gemälde der Aufnahme Mariens in den Himmel nach Jac. Tintoretto: Maria blickt nach oben zur Dreifaltigkeit, die über ihr als Medaillon dargestellt ist. Zu beiden Seiten sieht man bäuerliche Barockfiguren der Kirchenpatrone mit ihren Symbolen: links Philippus mit Kreuz, rechts Jakobus mit Keule. Neben dem Altar stehen zwei Figuren des Meisters Cornelius Andreas Doneth (1730): Maria mit Kind (links) und St. Florian (rechts), beide aus dem 1813 aufgelösten Kapuzinerkloster in Königstein. Die alte Kirche lebt noch in eine Reihe von Zeichen weiter: Im Chor fand die gotische Madonna (16. Jh.) aus der alten Kirche ihren Platz. Über dem Sakristeieingang hängt ein Kreuz aus dem frühen 18. Jh., das Bild des ehem. linken Seitenaltars (schmerzhafte Mutter, Luk. 2,35) ist über dem Aufgang zur Orgelempore angebracht. Der alte Taufstein steht heute als Weihwasserbecken mit-ten im Eingang, der neue Taufstein stammt aus St. Leonhard in Frankfurt. Der ehem. rechte Seitenaltar dient seither in St. Kasimir in Seelenberg als Hauptaltar. Den Einblick in die Geschichte der Kirche vermitteln nicht zuletzt die drei Nordfens-ter; sie blieben erhalten, wenngleich das mittlere innen zugemauert wurde

Kurze Geschichte der Kirche und der Pfarrei


Ca. 980/985 (?) Errichtung einer Pfarrei in Brunnon und Bau einer Holzkirche.
Ersterwähnung in der Bardo-Urkunde von 1043: Bestätigung durch Mainzer Ebf. Bardo (1031-1051), dass Bischof Willigis (975-1011) die hölzerne Kirche hat bauen und durch Bf. Staggo aus Dänemark weihen lassen.
Die Pfarrei umfaßte bis ca.1290 das Gebiet zwischen Lorsbach, Treisberg und Engenhahn. Um 1450 Einführung der Reformation (bis 1604): evangelische Gottesdienste.
1713/14 Neubau/Erweiterung der Kirche. Konsek-ration am 28. Juni 1729.
1922 Einweihung zweier neuer Glocken (anstelle der 1917 abgelieferten), bezahlt von der Gemeinde Schloßborn.
1950/1952 Erneuerung der Glocken durch die Gemeinde Schloßborn (zwei mussten im 2. Welt-krieg als Kriegsmaterial abgegeben werden).
9. Okt. 1955 Grundsteinlegung für die Kirchener-weiterung unter Pfarrer Heinrich Goldmann (1950-1956).
12. Mai 1958 Einweihung der neuen Kirche (Pfarrer Willy Schwertel (1956-1977) durch Bf. Dr. Wilhelm Kempf (*1906- +1982).
1979 werden die zur Kirchengemeinde Glashütten gehörenden Orte Kröftel, Nieder- und Oberrod in die Pfarrei St. Martin in Idstein eingegliedert, 2006 kommt St. Michael Ehlhalten an Eppstein.
1980 Umgestaltung des Chorraumes entsprechend den Vorgaben der Liturgiereform des II. Vatikan. Konzils (1962-1965).
1.1.2014 geht die Pfarrei Schloßborn als Kirchort in der neuen Pfarrei Maria Himmelfahrt im Taunus auf.

 

 

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Bilder: Friedel Conrady, Alwin Klomann, Hermann Gossenauer
Text: Bernhard Dönicke
Herstellung: Pfarrbüro Schloßborn
Quellen: Katholische Kirchen der Pfarrei Schloßborn, 1993 (vergriffen) Die Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus in Schloßborn vor, während und nach 1955. Eine Dokumentation von Hermann Gossenauer, 2005 (vergriffen)

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Ingrid Berg

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