Historie-Arbeitskreis-Glashütten Taunus
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Kriegsende 1945 (Schloßborn. Glashütten,Oberems)

Schloßborn 1945 bis zum Kriegsende

Zu Beginn des Jahres 1945 rückten die alliierten Einheiten in Deutschland vor. Fast täglich wurden in der Nähe gelegene Eisenbahnlinien, Fabriken und Städte angegriffen. Häufig wurden auch Bomben in der Umgegend der eigentlichen Ziele abgeworfen.

 

In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1945 wurde Wiesbaden von britischen Bombern angegriffen. Aufgrund der schlechten Sicht durch eine niedrige, starke Bewölkung fielen die Bomben in weitem Umkreis bis in den Taunus. Auch in unserer Gemarkung gingen schwere Sprengbomben und Luftminen im Felddistrikt Höhenstrauch und in den Wäldern Maisebach, Schälheck und Dattenberg nieder.

 

Am 3. März stürzte nach einem Angriff auf Niedernhausen ein beschädigtes amerikanisches Kampfflugzeug im Felddistrikt Schusterberg ab. Der Pilot kam ums Leben und wurde auf dem Schloßborner Friedhof beigesetzt, 1946 durch die amerikanische Besatzung exhumiert und in seine Heimat überführt.

 

Anfang März waren die deutschen Truppen bis an den Rhein zurückgedrängt, und rückwärtige Formationen, wie eine Genesenen-Kompanie und etwas später eine Nachrichten-Abteilung, zogen in Schloßborn ein.

 

Am 9. März erfolgte nochmals ein großer Angriff auf Frankfurt. In dem Zusammenhang fielen im Staatswald Ödung, Kalbsheck und Neuenhainer Bruch etwa 35 Sprengbomben, die erhebliche Schäden in den Waldbeständen anrichteten. Ein ähnlicher Angriff wiederholte sich am 13. März. Diesmal fielen die Sprengbomben entlang der Straße Ruppertshain – Königstein. Da die Angriffe in dieser Zeit nicht mehr nachts, sondern tagsüber erfolgten, waren die Waldarbeiter immer in großer Lebensgefahr. Auch die Landwirte machten sich große Sorgen und wussten nicht mehr, wie sie in diesem Frühjahr, falls die Bedrohung aus der Luft so anhalten würde, ihre Felder bestellen sollten.

 

Am 22. März wurden in unserer Umgebung drei deutsche Abwehrflieger von den Alliierten abgeschossen. Einer der deutschen Flieger stürzte in dem Gemeindewald Spitzenberg ab und verbrannte samt seiner Maschine fast vollständig. Die Überreste dieses zunächst unbekannten Gefallenen wurden von den hiesigen Truppen geborgen und am folgenden Sonntag auf dem Schloßborner Friedhof beigesetzt. Erst 1946 konnte er aufgrund von Überresten seiner Erkennungsmarke identifiziert und sein Tod den Eltern in Berlin mitgeteilt werden.

 

Am Palmsonntag, dem 25. März, musste die Bevölkerung trotz innerlicher Abneigung auf Befehl des Gauleiters unter der Leitung der hiesigen Truppen mit dem Bau von Panzersperren beginnen. Am Mittag des gleichen Tages traf der Befehl des Gauleiters ein, dass noch am Nachmittag alle dem Volkssturm angehörenden Männer sich zwecks Einsatzes an ihren Sammelstellen in Eppstein und Fischbach einzufinden hätten. Alle übrigen Einwohner sollten die Evakuierung des Dorfes vorbereiten, die am nächsten Tag erfolgen sollte. Traurig nahmen die Volkssturmmänner Abschied von ihren Angehörigen und den übrigen Dorfbewohnern. Aus den Gebieten links des Rheines war bekannt, dass die Gauleiter häufig von ihrer erteilten Befugnis Gebrauch machten, bei Widerstand die Todesstrafe zu verhängen und auch vollstrecken zu lassen.

 

Deshalb standen die übrigen Einwohner betrübt beieinander, um das weitere Vorgehen zu beraten. Die Schloßborner sollten sich am nächsten Tag mit den Königsteiner Einwohnern in Glashütten treffen, um dann unter Führung des Ruppertshainer Ortsgruppenleiters (wegen der geringen Zahl von Parteimitgliedern gab es in Schloßborn keinen eigenen Ortsgruppenleiter) über Schmitten in die Wetterau zu marschieren.

 

Die Schloßborner waren in dieser Not solidarisch und beschlossen unter der Führung ihres Bürgermeisters Johann Friedrich Marx einmütig und mit Unterstützung der noch im Dorf einquartierten Soldaten: Wir verlassen unser Dorf nicht, komme was wolle! Denn, was hätte das Verlassen bedeutet: Wiederum aus den Dörfern links des Rheines hieß es, dass die SS-Truppen die verlassenen Dörfer in Besitz nahmen, das Vieh abschlachteten und beim Herannahen der Alliierten alles in Brand setzten, so dass die vertriebenen Bewohner bei einer möglichen Rückkehr vor Hunger umgekommen wären.

 

Schon am Abend des Palmsonntags hatte sich glücklicherweise die Lage etwas entspannt, denn alle Volkssturmmänner kehrten wieder zurück, da die ebenfalls zu den Sammelstellen befohlenen Führer nicht erschienen waren. Es gab auch Gerüchte, dass die amerikanischen Truppen bereits vor Frankfurt stünden und der Gauleiter daselbst geflüchtet sei. Auch diese Gerüchte bestärkten die Einwohner, die wahnsinnigen Befehle der Partei zu unterlaufen, und im sicheren Gefühl der bevorstehenden Erlösung von der Parteityrannei feierten die Volkssturmmänner die glückliche Rückkehr nach kurzer Abwesenheit.

 

Die schon seit Wochen in Schloßborn einquartierten Truppen hätten gerne die näher rückende Entscheidung in Schloßborn erwartet, denn sie wussten, dass sie einer Gefangennahme nicht mehr entrinnen konnten, mussten aber dann doch auf Befehl am 27. März abrücken. Fünf Schloßborner Fuhrwerke beförderten ihr Gepäck bis in die Wetterau. Die Fuhrleute kehrten erst am Ostermontag, dem 2. April, aber glücklicherweise unversehrt in den zwischenzeitlich von den Amerikanern besetzten Heimatort zurück.

 

In diesen Tagen kamen immer wieder deutsche Soldaten einzeln oder in Gruppen durch unser Dorf oder durch die Wälder am Ort vorbei, meistens hatten sie die Waffen schon weggeworfen. Dazu steht in der Chronik der Pfarrgemeinde wörtlich: „Erschütternd war der Anblick der zurückgehenden Wehrmacht“. Einige dieser Soldaten hatten vor der Fertigstellung der Panzersperren und dem Belassen der Straßennamen „Adolf Hitlerstraße und „Göringstraße“ gewarnt. Deshalb haben die Männer des Dorfes die Panzersperren beseitigt und die genannten Straßenbeschilderungen entfernt. Dazu wieder der Originaltext aus der Chronik der Pfarrgemeinde: „Ein Einwohner machte sich daran, das Straßenschild Adolf Hitlerstraße zu entfernen, wurde dabei von einer Streife der Feldgendarmerie gestellt. Daraufhin sollte der Bürgermeister Marx standrechtlich erschossen werden, was nur durch die drohende Haltung der Einwohner verhindert wurde“.

 

Die Zeit danach bis zum Eintreffen der Amerikaner beschreibt Johann Friedrich Marx in seiner Chronik wörtlich wie folgt: „Wir wissen hier nicht genau, wie weit in hiesiger Gegend die feindlichen Truppen schon vorgedrungen sind, da jegliche Verbindung mit den Nachbarorten fehlt, und auch der Rundfunk seit der Besetzung der Stadt Frankfurt schweigt, wir wissen nur, dass amerikanische Armeen die hiesige Gegend besetzen werden und im Anmarsch sind. Niemand getraut sich gegenwärtig weit von seiner Wohnung zu entfernen, weil man fürchten muss, bei etwa zwischenzeitlicher Besetzung des Dorfes nicht mehr nach Hause zu können. Am 28. März morgens treffen einige deutsche Soldaten mit 6 amerikanischen Kriegsgefangenen hier ein. Auch diese Begleitmannschaften möchten sich noch in Sicherheit bringen, um nicht selbst kriegsgefangen zu werden, sehen sich aber durch die Bewachung der ihnen anvertrauten Gefangenen in ihrer eigenen Flucht behindert. Sie liefern die Amerikaner bei der hiesigen Gemeinde ab mit der Weisung, diese Gefangenen zu verwahren, aber vor einer Entdeckung durch etwa noch passierende SS-Truppen zu schützen“.

 

Solche linientreuen Einheiten (Feldgendarmerie, SS) konnten in dieser Zeit der Bevölkerung, die durch das Aufhängen weißer Tücher ihre Unterwerfung kundtat, und flüchtenden Soldaten, wie schon geschildert, sehr gefährlich werden. Vor solchen Fanatikern, die sich eventuell in Häusern versteckt hielten, hatten auch die Schloßborner Angst. Dass diese Angst nicht unbegründet war, stellte sich später heraus, denn in der näheren Umgebung wurden im Wald einige Leichen deutscher Soldaten gefunden.

 

Am Karfreitag, dem 30. März, wurde Schloßborn von den Amerikanern eingenommen. Um 9 Uhr besuchten die Einwohner den Gottesdienst, und danach sahen sie die amerikanischen Soldaten die Kröfteler Straße herunterkommen. Etwas ängstlich aber gefasst und erwartungsvoll gingen die Gottesdienstbesucher nach Hause, und schnell wehten im ganzen Dorf die vorbereiteten weißen Fahnen aus Betttüchern an den Häusern. Die Inbesitznahme des Dorfes durch die Amerikaner vollzog sich schnell und unspektakulär. Es fiel kein einziger Schuss, den ersten Soldaten folgte ein Panzerspähwagen mit dem Führungsoffizier. Sofort nach dem Einmarsch sicherten die Amerikaner die Ortseingänge durch Wachen und durchsuchten die Häuser nach Waffen und deutschen Soldaten. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt, und nur die Landwirte durften in den Ställen ihre Tiere versorgen.

 

Alle Personen, die auf Landstraßen angetroffen wurden, hat man festgenommen und in das als Haftlokal bestimmte Schulhaus gebracht. Dort befanden sich auch die bisher als Zivilarbeiter in der Umgebung beschäftigten Ausländer unterschiedlicher Nationalitäten, die auf dem Heimweg waren. Die Situation in dem Schulhaus verschlimmerte sich noch durch die Rückkehr der russischen Arbeiter (mit Anhang etwa 45 Personen) aus ihren Verstecken im Wald, denn die Verpflegung aller im Schulhaus befindlichen Personen oblag der Gemeinde.

 

Am Ostersonntag haben die Besatzer die Haussperre aufgehoben, die Einwohner durften sich innerhalb der Ortstraßen wieder frei bewegen. Nachmittags ließ ein höherer Offizier die Bevölkerung zusammenrufen und gab weitere Verhaltensregeln bekannt. Zur Besatzungstruppe der Amerikaner noch ein Satz von Johann Friedrich Marx: „Die Angst der Bevölkerung vor der Besatzung, welche nur aus einer kleinen Abteilung bestand und sich korrekt benahm, war inzwischen fast ganz gewichen“. Am Ostermontag musste die Bevölkerung die umliegenden Wälder nach Waffen absuchen und die gefundenen Gegenstände im ehemaligen Spritzenhaus abliefern. Am Dienstag nach Ostern, dem 3. April, haben die Amerikaner auch die Nachbarortssperre aufgehoben, die benutzten Räumlichkeiten an ihre Besitzer zurückgegeben und sind in Richtung Osten abgerückt.

 

Am 4. April verließen die meisten Russen das Schulhaus Richtung Wiesbaden. Sie hatten in der kurzen Zeit erhebliche Zerstörungen in der Schule angerichtet und sich gegenüber den Einwohnern teilweise sehr schlecht benommen.

 

Nach dieser turbulenten Zeit kehrten allmählich wieder klare Verhältnisse ein. Die Besatzung hatte einen Kommandanten ernannt, der in Hofheim seinen Dienstsitz hatte, aber alle ihm zugeordneten Orte häufig aufsuchte. Noch immer galt die nächtliche Ausgangssperre, und für die Einhaltung der erlassenen Regeln war der Ortsbürgermeister mit den vom Kommandanten ernannten Wachmännern aus dem Dorf verantwortlich. Jedenfalls konnten die Landwirte die Felder wieder bestellen und damit die Ernährung ihrer Familien für die Zukunft sichern.

 

Nach den Selbstmorden von Hitler und Goebbels in Berlin Ende April erfolgte am 8. Mai die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Das Land wurde von den Besatzungsmächten in vier Zonen eingeteilt. Unsere Gemeinde gehörte zur amerikanischen Besatzungszone. Die kommunalen Verwaltungen blieben weitgehend bestehen, allerdings wurde das Personal fast komplett ausgetauscht, denn die Beamten waren fast alle Mitglieder der NSDAP gewesen. Auch der Schloßborner Bürgermeister Johann Friedrich Marx (1881 - 1955) war auf Drängen der Einwohner Schloßborns 1933 in die NSDAP eingetreten, damit er Bürgermeister bleiben konnte. Am 26. Mai wurde Johann Friedrich Marx von der amerikanischen Militärregierung im Beisein von zwei Zeugen, eine davon Maria Klomann geb. Gossenauer, (1914 - 2008), abgesetzt und der Kaufmann und Landwirt Jakob Ohlig (1897 - 1987) eingesetzt. Jakob Ohlig wollte dieses Amt eigentlich nicht annehmen, wurde jedoch von den Amerikanern dazu überredet, wie Maria Klomann später berichtete. Jakob Ohlig schreibt dazu in seinen Aufzeichnungen: „Am 26. Mai 1945 wurde ich von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt. Alle Einwendungen, dass ich dafür keine Zeit hätte und unser verdienter Bürgermeister Marx doch nichts verbrochen habe, sagten sie, er war in der Partei und darf kein Bürgermeister mehr sein. Sie seien Militärregierung und ich habe ihre Anordnungen zu befolgen“.

 

Abschließend bleibt noch festzuhalten:                                                               
Als Nachkriegskinder waren wir bei dieser Beschreibung natürlich auf die nachfolgend aufgezeigten Quellen angewiesen. Besonders auch die Erzählungen unserer Mütter waren für uns wichtig, wie z. B. ihre Aussage: Die Schloßborner Bürgermeisterei im Schulhaus war eine der wenigen, wenn nicht die einzige unter den hessischen Amtsstuben, die man auch in der Nazizeit betreten konnte, ohne mit “Heil Hitler“ grüßen zu müssen. Stattdessen gebrauchte man als Gruß, wie gewohnt, je nach Bekanntheitsgrad mit dem Bürgermeister „Ei Gude“, „Gude“ oder auch „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehn“.

 

Schloßborn war keine Nazi-Hochburg, dennoch hatten Familien viele Opfer zu beklagen: 39 Gefallene, 18 Vermisste und viele Verwundete. Der Ort selbst ist relativ glimpflich über die schlimme Zeit hinweggekommen. Es gab keine zivilen Opfer, relativ geringe Schäden an den Häusern und in der Feldflur. Wir sind froh, solche Zeiten nicht erlebt zu haben, und hoffen, dass es so bleibt.

 

Das 2017 wieder errichtete Ostkreuz sollte uns stets an die Schrecken von Gewaltherrschaft, Krieg, Flucht und Vertreibung erinnern.

 

Quellen:

1          Chronik der katholischen Pfarrgemeinde Schloßborn (HGaG Nr. 415 Slb).

2          Chronik Teil 2 von Johann Friedrich Marx stammt aus dem Nachlass von Josef und Gerhard Niksch. Josef Niksch (1908 - 1987) hatte sie als BDV-Ortsvorsitzender Anfang der 1950er Jahre von Johann F. Marx erhalten. Die Erben von Gerhard Niksch (1940 - 2017) haben diese Unterlagen an das Gemeindearchiv Glashütten übergeben. (HGaG Nr. 482 Slb).

3          Mündliche Überlieferungen unserer Mütter Magdalena Hofmann geb. Dietz (1907 – 1982) und Maria Klomann geb. Gossenauer (1914 - 2008).

4          Aufzeichnungen von Jakob Ohlig.

 

 

Schloßborn im Juni 2020

Alwin Klomann und Hermann Hofmann

Kriegsende Zweiter Weltkrieg

Zur Situation in Glashütten und Oberems:

 

Im Gegensatz zu Schloßborn haben Glashütten und Oberems weder eine Orts- noch eine Kirchenchronik. In der sehr umfangreichen Schulchronik von Oberems sind Eintragungen aus dem Jahr 1945 herausgerissen oder wurden geschwärzt. Aus dem Grund konnten nur die wenigen erhaltenen Ortsakten aus dem Gemeindearchiv ausgewertet werden. Etliche Angaben decken sich, zumindest was Glashütten angeht, mit denen von Schloßborn.

 

Die Bürgermeister:

 

Von 1926 bis 1945 war Heinrich Dorn II (1982 – 1968) Bürgermeister der Gemeinde Glashütten. Er wurde, da Mitglied der NSDAP, durch die Militärregierung am 29.5.1945 seines Amtes enthoben und für ihn Peter Horn (geb. 1888), Landwirt und Milchhändler, genannt „Milchhorn“, von den Alliierten eingesetzt. Dieser war allerdings mit der Aufgabe offensichtlich überfordert, denn schon im Februar 1946 wurde statt seiner der bisherige Polizeidiener Peter Ernst (1893 – 1985) in das Bürgermeisteramt gewählt, das er zehn Jahre lang innehatte.

 

In der Gemeinde Oberems war von 10/1943 bis 12/1944 der Landwirt Gustav Ludwig Sachs (1890 – 1970) Bürgermeister, den aber die NSDAP noch im Dezember 1944 absetzte und statt seiner Adolf Maurer (1905 – 1991), Landwirt und Holzhauer, mit dem Bürgermeisteramt betraute. Maurer wurde nach denkbar kurzer Amtszeit von den Amerikanern des Amtes enthoben und statt seiner wieder Sachs als Bürgermeister bis 1948 eingesetzt.

 

Angaben aus den Ortsakten von Glashütten:

 

Ende 1943/Anfang 1944 wird der Gewölbekeller in der Glashütter Schule zum Luftschutzraum für den Ort ausgebaut. In der Nacht vom 18. auf den 19. März 1944 fallen Brandbomben, zum größten Teil auf Felder; am 21. Juli 44 stürzt brennend ein Feindbomber in den Wiesen zwischen Glashütten und Schloßborn ab. Im Februar 1945 geht ein Bombenteppich im Distrikt Dickehaag nieder. Am 22. März 1945 stürzt ein deutsches Jagdflugzeug am Glaskopf ab. Gründonnerstag, den 29. März 1945 (einen Tag vor Schloßborn), wird Glashütten durch amerikanische Truppen besetzt. Ab 4.4.1945 muss wegen akuter „Russengefahr“ die Glashütter Bevölkerung rund um die Uhr am Fenster Wache stehen. Es können Absprachen mit den Nachbarn getroffen werden, dass alle zwei Stunden abgewechselt wird, um im Notfall Alarm zu schlagen. Am 16.5.1945 wird bekannt gegeben, dass wieder „Russengefahr“ bestünde, daher habe sich jeder männliche Einwohner ab sofort mit einem Knüppel zu bewaffnen. (Bei den Russen handelte es sich, wie auch in der Schloßborner Chronik beschrieben, um herumstreunende ehemalige Kriegsgefangene oder Fremdarbeiter). Am 2.11.1945 wird der seit 1930 an der Grundschule tätige Lehrer August Schneemann durch Verfügung des Military Government entlassen.

50 Männer aus Glashütten waren an der Front, davon sind sechs gefallen, einer ist in russischer Kriegsgefangenschaft gestorben.

 

 

Ingrid Berg und Jürgen Geiß (Juni 2020)

 

 

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